Wohngebäude Hannibal 2 in Dorstfeld muss leergezogen werden

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Datum: 22. September 2017 
Alarmzeit: 11:31 Uhr 
Alarmierungsart: Sondereinsatzgruppe Verpflegung (SE-V) 
Dauer: 74 Stunden 14 Minuten 
Art: Vorkommnisse  
Einsatzort: Vogelpothsweg (Dorstfeld) 
Fahrzeuge: 16-KEF-1 , 16-LKW-1  
Weitere Kräfte: Dieverse Einsatzkräfte der Feuerwehr Dortmund  


Einsatzbericht:

Aufgrund eklatanter Brandschutzmängel musste am Donnerstag, 21. September 2017, ab 18:00 Uhr das Hochhaus Hannibal II in Dorstfeld freigezogen werden. Betroffen sind etwa 400 Haushalte mit insgesamt 800 Personen.

Wir versorgten rund 5 Tage lang, mehrere 100 Kollegen mit Warmen und Kalten Getränke. Die Versorgung des Essens wurde in der Anfangsphase durch das THW Dortmund und im weiteren Verlauf durch ein Catering übernommen.

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In der heutigen Pressekonferenz, 21. September, nahm Planungsdezernent Ludger Wilde zu der schnellen Evakuierung Stellung: “In einer Begehung am vergangenen Dienstag, 19. September, mit Feuerwehr und Bauaufsicht hat sich herausgestellt, dass durch bauliche Veränderungen die Genehmigungen auf das Brandschutzkonzept verloren gegangen ist.” Eine Tiefgarage ohne Brandschutz, nicht brandsichere Leerschächte und fehlende Rettungswege haben die kurzfristige Evakuierung nötig gemacht.

Bei der letzten routinemäßigen Kontrolle wurden diese Mängel nicht festgestellt.

Geordnete Räumung

Wilde dazu: “Die Schächte sind zum Beispiel nicht wie vorgeschrieben von den Wohnungen entkoppelt, so dass im Notfall in kürzester Zeit die Wohnungen zu verrauchen drohen. Dieser Zustand machte ein unmittelbares Handeln erforderlich. Es geht um Leib und Leben”.

Das Ziel ist eine geordnete Evakuierung. Für die Mieterinnen und Mietern wird an diesem Abend eine Unterbringung in der Helmut-Körnig-Halle organisiert. Sie können dort schlafen und werden mit Essen und Trinken versorgt. “Ab Morgen”, erklärte der Planungsdezernent weiter, “wird für alle eine längerfristige Unterbringung gesucht.” Die Mieterinnen und Mieter haben in den nächsten Tagen die Gelegenheit im Beisein von Feuerwehr und Ordnungsdienst auf ihr Hab und Gut zugreifen zu können.

Fürsorge gilt den Betroffenen

Wildes Fürsorge gilt voll und ganz den betroffenen Menschen: “Uns geht der Mieterschutz über alles. Wir sind auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Mieter eingegangen und werden für alle eine Lösung finden.“ So sind die Schülerinnen und Schüler für Morgen von der Schulpflicht entbunden. Darüber hinaus greift ein Schulbusbetrieb, der die Kinder und Jugendlichen in der Folge zu ihren jeweiligen Schulen fahren wird.”

Da ein erheblicher Umbau nötig sein wird, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, ist die Dauer der Maßnahme noch nicht abzusehen. Seitens der Stadt werden mehrere Hundert Beschäftigte im Einsatz sein.

Der Besitzer der Immobile, Intown, war am Dienstag bei der Begehung anwesend. Die Stadt Dortmund hat dem Unternehmen die heutige Entscheidung mitgeteilt. Eine Reaktion darauf seitens des Immobilenunternehmens ist noch nicht bekannt.

Sozialamt informiert Anwohner zu Unterkünften

Ordnungsdezernetin Diane Jägers versicherte den Anwohnern noch am Abend, dass die Sicherheit im Wohnkomplex durch neue Schlösser, Versiegelung der Türen und einen Sicherheitsdienst gewährleistet würde.

Ärzte und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes stehen Bewohnern in der Körnig-Halle bei gesundheitlichen Fragen zur Verfügung. Die Verpflegung übernehmen verschiedene Hilfsorganisationen.

In den kommenden Tagen dürfen Anwohner Hab und Gut aus den Wohnungen holen. Am Freitag, 22. September, bieten zwei Infopunkte des Sozialamtes den Anwohnern die Möglichkeit, sich über Wohnungen und die weitere Unterbringung zu infomieren. Diese Infopunkte befinden sich am Hannibal in Dorstfeld und im Notquartier Helmut-Körnig-Halle.

 

Feuerwehr Dortmund