Datum: 15. August 2020 um 21:29 Uhr
Alarmierungsart: Sondereinsatzgruppe Verpflegung (SE-V)
Dauer: 3 Stunden 1 Minute
Einsatzart: GL2_Pumpe
Einsatzort: Emscherallee (Huckarde)
Fahrzeuge: 16-KEF-1
Weitere Kräfte: Löschzug 13 , Löschzug 18
Einsatzbericht:
In der Kokerei Hansa ist der Keller voll Wasser gelaufen. Wir versorgten an der E-Stelle rund 30 Kameraden mit Essen und Getränken.
DANKESCHÖN
Hochwassereinsatz auf der Kokerei Hansa
Nachricht vom19.08.2020
Bis in die Nachtstunden von Samstag, den 15.08.2020 waren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Dortmund auf der Kokerei Hansa, um im Rahmen der Starkregeneinsätze den Keller der Geschäftsstelle der Industriedenkmalstiftung trockenzulegen. Hier die Pressemeldung der Industriedenkmalstiftung:
Blick in den Archivkeller
Bild(Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehaltenIndustriedenkmalstiftung
Industriedenkmalstiftung dankt Freiwilliger Feuerwehr
Die starken Überschwemmungen vom vergangenen Wochenende im Bereich der Emscherallee in Dortmund-Huckarde haben auch den Keller der Geschäftsstelle der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur auf dem Gelände der Kokerei Hansa stark in Mitleidenschaft gezogen. Bis in die Nachtstunden von Samstag war die Freiwillige Feuerwehr vor Ort, um den Keller trockenzulegen.
„Die Feuerwehr hat auf Hansa Großes geleistet. Ohne die vielen freiwilligen Helfer hätten wir die Situation nicht in den Griff bekommen“, so Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung. „Daher möchten wir allen Beteiligten ein riesengroßes Dankeschön aussprechen.“
Von etwa 18.00 Uhr bis 01.30 Uhr waren 27 Einsatzkräfte der Löschzüge 13 und 18 aus Berghofen und Oespel gemeinsam mit Mitarbeitern der Stiftung vor Ort. Zuvor hatte ein Mitarbeiter der Stiftung die Feuerwehr informiert, da auf Hansa sehr schnell klar war, dass diese Mengen Wasser nicht allein zu bewältigen gewesen wären.
Extrem betroffen war der Teil des Kellergebäudes, in dem sich ein großer Bestand des Aktenarchivs der Stiftung befindet. Zunächst schien die Lage hier beherrschbar, doch dann stellte sich heraus, dass sich hinter einer dichten Brandschutztür das Wasser bis auf die Höhe von 1,5 Metern weiter aufgestaut hatte. Die Tür musste aufgebrochen werden, um auch hier das Wasser abpumpen zu können.
Derzeit ist die Stiftung noch dabei, die Schäden zu sichten. Es wurde eine Firma zur Reinigung und Desinfektion beauftragt, die bereits tätig geworden ist. Ein Großteil der Akten ist allerdings wohl nicht zu retten und muss entsorgt werden.
Da auch der gesamte Bereich der Entwässerung auf der Kokerei längere Zeit nicht funktionsfähig und der Strom ausgefallen war, blieb das Industriedenkmal am Sonntag für Besucher geschlossen. MitarbeiterInnen der Stiftung waren vor Ort, um die gröbsten Schäden zu beseitigen.
Am heutigen Dienstag konnte die Stiftung ihre Arbeit wie gewohnt aufnehmen. Die Kokerei ist wieder regulär für BesucherInnen geöffnet und auch die Führungen am kommenden Wochenende werden stattfinden.
Die Kokerei Hansa, entstanden in den Jahren 1927/28, zählte zeitweise zu den größten Kokereien des Ruhrgebiets. Sie war wichtiger Bestandteil der Dortmunder Montanindustrie. Da im Wesentlichen alle sachlich-funktionalen Bauten und technischen Anlagen der 1920er Jahre erhalten blieben, ermöglicht das Industriedenkmal anschauliche Einblicke in den Ablauf der Produktion und in die Arbeitsbedingungen jener Zeit.
Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur wurde 1995 vom Land Nordrhein-Westfalen und der RAG Aktiengesellschaft gegründet. Die Aufgaben der Stiftung bestehen darin, die ihr übertragenen Denkmale zu schützen und zu erhalten, wissenschaftlich zu erforschen, öffentlich zugänglich zu machen und sie einer neuen, denkmalgerechten Nutzung zuzuführen. Bundesweit ist es die bisher einzige Stiftung, die sich explizit für den Erhalt von bedeutenden Industriedenkmalen einsetzt. Die Stiftung gibt den Anlagen Zeit, sich zu neuen, identitätsstiftenden Orten für Handel, Gewerbe, Freizeit, Kunst und Kultur zu entwickeln. Sie führt Bausicherungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Gebäuden durch, entwickelt Nutzungskonzepte für einzelne Baukörper oder die gesamte Anlage und trägt durch Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, die Akzeptanz für Belange der Industriedenkmalpflege zu erhöhen.
Derzeit zählen Industriedenkmale an 14 Standorten in NRW zum Bestand. Es sind Relikte von Anlagen des Steinkohlenbergbaus, wie z.B. Fördergerüste, Schachthallen und Maschinenhäuser, des Weiteren eine Kokerei als Beleg der Verbundwirtschaft im Ruhrgebiet, ein Denkmal der Energiewirtschaft in Gestalt des historischen Pumpspeicherkraftwerks Koepchenwerk und das Hammerwerk Ahe-Hammer in Herscheid als technikgeschichtliches Zeugnis.
Weitere Informationen unter www.industriedenkmal-stiftung.de