26.01.2011 – Großeinsatz auf Bundesstraße 1
Stadtkrone Ost – Gegen 16:45 Uhr wurde bei der Feuerwehr Dortmund Großalarm ausgelöst. Ein mit 24 Tonnen leichtendzündlichem Methanol beladener Tanklastzug war am Ende der Auffahrt von der Bundesstraße 236 auf die Bundesstraße 1 in Fahrtrichtung Unna umgestürzt und über die Fahrbahn gegen die Leitplanke gerutscht.
Durch die Deformation des Führerhauses wurde der Fahrer (57) eingeklemmt und erlitt dabei schwere Verletzungen. Er konnte nur mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden und wurde anschließend mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Weitere Personen wurden auf der stark befahrenen B1 glücklicherweise nicht verletzt.
Parallel zu den Rettungsmaßnahmen wurde durch die ersteintreffenden Kräfte ein Teppich aus Löschschaum über austretendes Methanol gelegt, um das Aufsteigen der leichtendzündlichen Dämpfe zu verhindern. Nach wie vor tritt Gefahrstoff kontinuierlich, aber in geringen Mengen aus dem Tankinneren. Entgegen ersten Annahmen handelt es sich jedoch nicht um eine Beschädigung, sondern den Austritt aus der Entlüftungöffnung im so genannten Domdeckel.
Kräfte der Spezialeinheit-ABC fangen das austretende Methanol auf und pumpen es in geeignete Behälter. Währenddessen wird der Schaumteppich aufrechterhalten, stehen ergänzend Wasser und Pulver bereit.
Der Straßenverkehr auf der Bundesstraße 1 wird aus beiden Fahrtrichtungen jeweils über die Bundesstraße 236 umgeleitet. Der Linienverkehr der Stadtbahn U47 wurde im betroffenen Bereich gesperrt, die Oberleitung stromlos geschaltet. Gebäude befinden sich nicht innerhalb des Gefahrenbereiches.
Die Bergungsmaßnahmen durch zwei angeforderte Autokräne müssen warten, bis der Tankinhalt zur Hälfte umgefüllt worden ist. Hierzu wurde ein Spezialfahrzeug angefordert. Die Einsatzkräfte vor Ort haben sich auf eine lange Nacht vorbereitet. Der Abschluss der Arbeiten wird nicht vor dem Morgen des 27.01. erwartet.
Neben Einheiten des Brandschutzes sind die rund 80 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr vor Ort mit den Spezialeinheiten-ABC, -Bergung und -Löschwasserversorgung. Eingebunden ist ebenfalls das städtische Umweltamt als untere Wasserbehörde und angefordert wurde ein Fachberater aus der Chemischen Industrie. Die bei derartigen Szenarien seit Jahren praktizierte, frühzeitige Zusammenarbeit unterschiedlichster Dienststellen und Experten hat sich bereits vielfach bewährt.
Quelle: Feuerwehr Dortmund
26.01.2011 – Umfüllen des Tankinhalts wird vorbereitet
Stadtkrone Ost – 21:00 Uhr – Inzwischen sind die angeforderten Kräne, ein Tankwagen zum Umpumpen des Methanols und der TUIS Fachberater (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem) an der Einsatzstelle eingetroffen. Das größte Augenmerk gilt weiterhin der Vermeidung von Explosionsgefahren beim Umpumpen der brennbaren Flüssigkeit.
Methanol ist eine giftige und leichtentzündliche Laborchemikalie. Der Explosionsbereich eines Methanol-/Luftgemisches liegt zwischen 5,5 und 36 Volumenprozent. Es ist schwach wassergefährdend (Wassergefährdungsklasse 1) und vollständig mit Wasser mischbar.
Um die Bildung von Funken und die Durchzündung eines möglichen Methanol-/Luftgemisches zu vermeiden, werden zahlreiche Schutzvorkehrungen getroffen:
So sind sämtliche Leitungen, Kupplungen und Aggregate geerdet. Werkzeuge sind aus nicht Funken reißendem Beryllium gefertigt. Elektrogeräte die im Gefahrenbereich zum Einsatz kommen müssen „Ex-geschützt“ gekapselt sein.
Das weitere Vorgehen
Zunächst müssen die vier Kammern des Tankzuges leergepumpt werden. Hierfür ist es nötig zunächst Anschlüsse für die Schläuche zu schaffen, denn die Standartabgänge können aufgrund des Unfalls nicht mehr genutzt werden. Ist der Tanklastzug leer, wird das Fahrzeug mit den beiden Kränen aufgerichtet und abtransportiert.
Trotz aller Zuversicht wird es ein Einsatz über die gesamte Nacht werden. Das durchaus ambitionierte Ziel lautet, zum morgendlichen Berufsverkehr wieder die Fahrt über diese Hauptverkehrsader des Ruhrgebiets zu ermöglichen, die Sperrung zumindest teilweise aufheben zu können.
Wir berichten weiter!
Quelle: Feuerwehr Dortmund