Am 3.12. rief ein engagierter Kamerad aus dem Löschzug Hombruch zur First Responder Fortbildung. Viele folgten dem Ruf und so waren am Ende 6 First Responder des Löschzuges Hombruch sowie 2 Retter aus Kirchhörde und einige Rettungsdienstler der Johanniter Unfallhilfe vor Ort. Die Kollegen von der Hilfsorganisation konnten so zum einen die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr im Allgemeinen und den First Respondern im Speziellen üben. Nebenbei haben beide Parteien so ihre letzten notwendigen Fortbildungsstunden gesammelt.
Ein großer Schwerpunkt lag, wie bereits erwähnt auf der realistischen Zusammenarbeit zwischen First Respondern und Rettungsdienst. So ist es im Einsatz wichtig für die First Responder die ersten lebensrettenden Maßnahmen vorzunehmen und nachdem die Situation unter Kontrolle ist, eine erste Anamnese (Aufnahme der Krankengeschichte, Medikamenteneinnahme, Allergien, Vorerkrankungen, letzte Mahlzeit, Ereignis) einzuleiten. Je mehr Informationen in der Übergabe an den Rettungsdienst weiter gegeben werden können, desto zügiger kann der Transport in das passende Krankenhaus eingeleitet werden. So verkürzt sich die Zeit bis zur umfangreichen Behandlung im Krankenhaus.
Hierfür wurden verschiedene Einsatzsituationen realistisch geübt. Mithilfe von Schminke und Unfalldarstellern wurden die einzelnen Teams (First Responder fahren in der Regel zu zweit zu Einsätzen raus) in praxisnahe Situationen „geworfen“ und mussten anhand vorhandenen Wissens, vergangener Übungen sowie der bisher in Einsätzen erworbenen Erfahrung agieren und reagieren.
Um die Teams auf möglichst komplizierte Situationen vorzubereiten wurden auch schwierige Szenarien geschaffen wie hysterische Töchter, penetrante Schaulustige, aggressive Beteiligte, unbelehrbare Patienten und noch viel mehr.
Ein Szenario zum Beispiel war ein Asthmaanfall, bei dem vor allem die Problematik bestand, den panischen Patienten zu beruhigen, die ersten Maßnahmen einzuleiten, die Patientengeschichte, das auslösende Ereignis heraus zu finden und zu allem Überfluss den aggressiven Beteiligten und die panische Tochter zu beruhigen bzw von der Einsatzstelle zu entfernen. Leider kam erst nach einigen Minuten der Rettungsdienst, die Polizei war gar nicht verfügbar. Das First Responder Team schaffte es trotz der chaotischen Situation eine relativ geordnete Übergabe an den Rettungsdienst zu machen und wurde daraufhin zur Betreuung des Beteiligten und der Tochter abgestellt, sodass der Rettungsdienst sich auf die Behandlung des Patienten konzentrieren konnte.

Weitere Einsatzsituationen waren ein Schlaganfall (Apoplex), ein Herzinfarkt (akutes Koronarsyndrom), eine Verletzung des Bauches (stumpfes Bauchtrauma), ein Krampfanfall, vielfache Verletzungen die in der Summe lebensgefährlich sein können (Polytrauma) und eine Verletzung des Kopfes nach einem Treppensturz (Schädelhirntrauma). Gleichzeitig hatten alle Teams die „Pause“ hatten, die Möglichkeit an einer interaktiven Puppe die richtige Reanimation zu üben. Anhand eines Computers konnten die richtige Drucktiefe und das richtige Druckintervall überprüft werden.
Nach den „kleinen“ Übungen wurde mittags eine nahrhafte Mahlzeit von der Spezialeinheit Verpflegung serviert, damit alle fit die Abschlussübung angehen konnten.
Als letzte „große“ Übung wurde ein Verkehrsunfall mit 3 Beteiligten simuliert. Eine Fahrradfahrerin wurde von einem Auto angefahren. Hier nahmen 2 First Responder Teams dran teil und auch 2 Rettungswagenbesatzungen waren involviert. Es galt nun die vorhandenen Kräfte möglichst sinnvoll aufzuteilen und schnell die verschiedenen Verletzungsgrade heraus zu finden. Ebenfalls wichtig war die Ordnung des Raumes, wo kann behandelt werden, wo muss der Verkehr abgesperrt werden, wo kann der Rettungswagen stehen (möglichst nah um an Behandlungsmaterial zu kommen, aber weit genug weg um nicht zu stören und die Einsatzkräfte zu behindern).
Nachdem die Patientin in den Rettungswagen verbracht wurde war die letzte Übung des Tages beendet. Nach vielen begeisterten Feedbacks von allen Seiten (Johanniter Unfallhilfe sowie Feuerwehr) besteht die Hoffnung auf eine Widerholung im Sommer mit noch mehr Übungen und noch mehr interessierten fortbildungwilligen von Feuerwehr und Hilfsorganisation. Besonders gelobt wurden die tolle Organisation (alle Übungen waren zum Beispiel inklusive Übungsleitern, die nach jeder Übung ein sehr detailiertes Feedback gaben), den vielen Helfern und der Begeisterung aller Teilnehmer!
Hiermit auch nochmal ein großes Dankeschön an alle Beteiligten!







