29.11.2012 – Langzeitzünder durch Baggerschaufel beschädigt
Mitte – In der Friedrichstraße wurde heute gegen 11:50 Uhr bei Bodenaushubarbeiten ein 10 Zentner schwerer Bombenblindgänger entdeckt. Nach ersten Informationen ist die Bombe mit einem chemischen Langzeitzünder versehen, der von der Baggerschaufel beschädigt wurde.
Update 00:15 Uhr
Die Bombe aus dem 2. Weltkrieg wurde erfolgreich durch den KDB entschärft. Die Bergung der Fliegerbombe wird jetzt durch die Spezialeinheit Bergung der Feuerwehr Dortmund in Verbindung mit dem Kran durchgeführt. Die vorbereiteten Feuerwehr- und Rettungsmaßnahmen für den Ernstfall werden nach und nach zurückgenommen. Die Absperrungen um die Evakuierungszone werden bis auf den Nahbereich aufgehoben.
Update 23:30 Uhr:
Der Evakuierungsbereich wurde mittlerweile geräumt und kontrolliert. Die Deutsche Bahn AG und die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) haben ihren Zugverkehr eingestellt. Die Entschärfung der Fliegerbombe kann jetzt beginnen.
Für den Ernstfall werden in Dortmund mehrere Brandschutz- und Rettungsdiensteinheiten vorgehalten, die bei Bedarf sofort eingreifen können. In der Westfallenhalle 3b wird durch eine Behandlungsplatzeinheit (BHP 50 NRW) ein „Behelfskrankenhaus“ eingerichtet. Die Betreungsstelle in der Westfalenhalle 1 zählt derzeit ungefähr 750 Personen.
Feuerwehr und Rettungsdienst sind mit über 700 Einsatzkräften vor Ort im Einsatz oder befinden sich in Bereitstellung.
Update 21:30 Uhr
Das Ordnungsamt ist zur Zeit mit der Evakuierung der Bevölkerung im Absperrradius beschäftigt. Die Anwohner, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen, werden mit Bussen der DSW 21 zur Westfalenhalle 1 transportiert und dort betreut. Aktuell werden in der Halle 1 etwa 600 Personen betreut.
Alle Abendveranstaltungen im Evakuierungsradius mussten abgesagt werden. Die Thiergalerie muss aufgrund der neusten Rücksprache mit dem Sprengmeister ebenfalls geräumt werden.
Sobald die Räumung in dem betroffenen Gebiet abgeschlossen ist und der Bereich kontrolliert wurde, erst dann kann der KBD mit der Entschärfung der Bombe beginnen.
UPDATE 18:25 Uhr:
Während Ordnungsamt und Feuerwehr mit der Räumung innerhalb des 500 Meter Radius beschäftigt sind, bereitet der Sprengmeister die Entschärfung vor. Inzwischen befinden sich zusätzlich zu den regelmäßig im Dienst befindlichen Kräften der Feuerwehr und des Rettungsdienstes mit mehr als 800 Einsatzkräften von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und dem THW im Verfügungsraum und Bereitstellungsräumen. Diese Personalreserve ist wichtig, um mit ausreichend Personal jederzeit schnell eingreifen zu können.
DEW21 sieht in unmittelbarer Nähe des Blindgängers keine Probleme für Strom und Wasserleitungen. Probleme bereitet eine Gasversorgungsleitung im Bereich der Friedrichstraße die von zwei Trupps freigelegt und vor der Entschärfung abgesperrt werden muss. Entsprechende Arbeiten haben um 17.15 Uhr begonnen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich rund drei Stunden. Nach Absperren der Leitung werden rund acht bis neun Häuser ohne Gasversorgung sein.
Im Evakuierungsradius sind rund 7.100 Menschen melderechtlich erfasst. Eine Bürgeranlaufstelle ist in der Westfalenhalle 1 eingerichtet. Hier kann das Ende der Entschärfung abgewartet werden.
Aktuelle Informationen gibt die Stadt unter (0231) 50 13888. Hier können Fragen zur Öffnung im Sektor liegender Schulen, Kindergärten und Tagespflege beantwortet werden.
UPDATE 17:25 Uhr:
Inzwischen ist die Kinderklinik fast vollständig geräumt. Die kleinen Patienten konnten in andere Bereiche des Klinikum Dortmund gGmbH an der Beurhausstraße verlegt werden. Auch im Johanneshospital reicht es nach derzeitigem Kenntnisstand aus, die Patienten innerhalb des Gebäudes zu verlegen. Auf umfangreiche Transporte durch den Rettungsdienst kann somit zunächst verzichtet werden.
Damit konnte der Führungsstab der Feuerwehr die Anforderung von Patiententransportzügen (PTZ) von zunächst zwanzig auf jetzt zehn reduzieren.
Zur Vorbereitung der Entschärfung und im ungünstigsten Falle einer Sprengung werden aktuell große Mengen Sand herangeführt. Dreihundert Tonnen kommen mit elf LKW aus Haltern am See; weitere tausend Tonnen sind in Vorbereitung.
Die Versorgung der Einsatzkräfte wird durch die Spezialeinheit – Versorgung der Feuerwehr und das THW sichergestellt.
UPDATE 16:00 Uhr:
Nach aktuellen Informationen wird die Räumung des Johanneshospitals nun doch nicht erforderlich sein.
Die aktuelle Änderung der Lage ändert nichts an der Notwendigkeit zur Bereithaltung der angeforderten bzw. bereits eingetroffenen Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst.
Eigene und überörtliche Kräfte bleiben für die Gefahrenabwehr, die Sicherstellung eines schnellen Eingreifens unerlässlich, um auf Lageänderungen sofort reagieren zu können.
UPDATE 15:30 Uhr:
Ein Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitungsdienstes (KBD) Außenstelle Münster informierte im Krisenstab über den aktuellen Stand der Dinge.
Es handelt sich um eine britische Fliegerbombe mit einem abgescherten mit Säure befüllten Langzeitzünder.
Der Evakuierungsradius liegt nun definitiv bei 500 Metern. Zunächst wird der KBD versuchen, den Zünder zu entfernen. Sollte dies nicht gelingen, wird der Blindgänger gesprengt.
In unmittelbarer Nähe des Blindgängers steht ein Hochspannungshäuschen von DEW21, welches bei einer Detonation beschädigt werden könnte.
Zwei Mitarbeiter des KBD werden von der Feuerwehr in alle drei Kliniken gefahren um zu prüfen, inwieweit möglicherweise die Evakuierungsmaßnahmen auf ein Minimum reduziert werden können.
Die Feuerwehr richtet auf den Parkplätzen vor der Westfalenhalle 1 einen Bereitstellungsraum für die Zusammenführung eigener Kräfte sowie einen Verfügungsraum für die Kräfte des Rettungsdienstes vor.
Bürgerinnen und Bürger müssen bei Anfragen an die Stadt Dortmund über die Rufnummer (0231) 50 0 ggfls. mit einer längeren Wartezeit rechnen. Für die akute Lage ist diese Rufnummer am heutigen Tag über 20 Uhr hinaus besetzt.
UPDATE 14:30 Uhr:
Neben dem Führungsstab der Feuerwehr hat auch der städt. Krisenstab unter der Leitung von Stadträtin Birgit Zoerner die Arbeit aufgenommen. Seit 12.20 Uhr unterstützt der Krisenstab die Maßnahmen vor Ort.
Die Kinderklinik sowie das Johanneshospital müssen frei von Patienten sein, das Klinikum Mitte darf die Patienten innerhalb des Gebäudes verlagern.
Die Feuerwehr bereitet die Verlegung und Betreuung der Patienten der Kinderklinik sowie das Johanneshospitals vor. Auch 50 sogenannte Bigpacks sind in Vorbereitung. Hierbei handelt es sich um Sandsäcke mit einem Fassungsvermögen von je einer Tonne Sand.
Die Bezirksregierung Arnsberg prüft die Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser außerhalb Dortmunds.
Für den bevorstehenden Patiententransport wurden 20 PTZ (Patiententransportzüge) aus dem Umland angefordert. Auch ein Dortmunder Behandlungsplatz (BHP) und ein BHP aus dem Enneppe-Ruhr Kreis ist alarmiert.
13:00 Uhr:
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entscheidet zurzeit, ob der Blindgänger durch das Entfernen des Zünders entschärft werden kann oder ob gesprengt werden muss.
Im ersten Fall beträgt der Evakuierungsradius 500 Meter, in der zweiten Variante 1000 Meter.
Die in den Radien liegenden größeren Objekte wie Johanneshospital, Klinikum, Kinderklinik und Eugen-Krautscheid-Haus wurden vorsorglich informiert; die Krankenhäuser werden ab sofort nicht mehr mit Krankentransporten beliefert.
Die Feuerwehr hat den städtischen Krisenstab unter der Leitung von Stadträtin Birgt Zoerner einberufen.
Pressestelle Feuerwehr